Piz Bernina, im Festsaal der Alpen

Hochtourengruppe auf der Himmelsleiter Biancograt


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Eine 25-köpfige Hochtourengruppe des DAV Rottweil bereitet sich seit langen Jahren auf ambitionierte Gipfelziele vor. Dazu werden jedes Jahr auf die Tourensaison zugeschnittene Ausbildungsblöcke in Theorie und Praxis angeboten und durchgeführt.
Eines dieser exponierten Ziele war im Juli 2015 der Biancograt in der Bernina.

Vier gut ausgebildete Teilnehmer machten sich nun Richtung Schweiz auf den Weg und stiegen am Freitag durch das Rosegtal auf die Tschierva-Hütte (2600 Meter) auf. Nach kurzem Aufenthalt wurde sie von einem heftigen Gewitter überrascht, das sich über Nacht legte und am nächsten Tag bestes Wetter versprach.
Um 3.30 Uhr ging es los Richtung Piz Bernina (4049 Meter). Der nächtliche Zustieg zur Fuorcla Prievlusa (3400 Meter) dauerte zweieinhalb Stunden. 800 Höhenmeter bis zu dieser markanten Einstiegsscharte zum Grataufschwung mussten überwunden werden, wo die Felskletterei begann.

Zuerst ging es mehrere Seillängen lang über Fels im dritten Grad, dann über den steilen langen Firngrat, genannt Biancograt, auf den Piz Bianco und weiter über etliche Felstürme zum Gipfel. Insgesamt weitere 600 Höhenmeter und 5,5 Stunden. Nach acht Stunden Fels und Firnanstieg standen die Vier auf dem Gipfel der Piz Bernina in 4049 Metern Höhe, zur Überraschung jedoch ohne Gipfelkreuz.
Der zweistündige Abstieg über den scharfen vereisten Spallagrat erforderte nochmals volle Konzentration, und so wurde die Marco e Rosa Hütte (3600 Meter) auf italienischem Boden um 13.30 Uhr erreicht.
Das wohlverdiente Bier schmeckte an diesem Tag besonders gut, und die 1800 Höhenmeter Abstieg am Folgetag über die vergletscherte Bellavistaterasse und den felsigen Fortezzagrat mit seinen Abseilstellen hinunter zum Morteratschgletscher war dann fünf Stunden lang reines Vergnügen.
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